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Im Taunus stoßen die Gymnasien an ihre Kapazitätsgrenzen

Dass das Gymnasium nach wie vor die beliebteste Schulform im Hochtaunuskreis ist, daran ist nichts zu deuteln – bei einer Übertrittsquote aus der Grundschule von über 50 Prozent. So sehr sich die Schulen über viele Schüler freuen – räumlich und organisatorisch ist man an der Kapazitätsgrenze. Dabei müsste das gar nicht sein, denn gymnasiale Plätze gibt es eigentlich genug.

VON

Hochtaunuskreis. 

Die Sache klingt ganz einfach: Zum Ende der vierten Klasse meldet man sein Kind an einer weiterführenden Schule seiner Wahl an – und dorthin geht es dann von der fünften Klasse an auch. Klappt in vielen Fällen. Aber nur, weil das Staatliche Schulamt mit dem Schulträger also dem Hochtaunuskreis in regem Austausch steht. Denn es ist ja nicht so, dass sich bei allen Schulen des Kreises Angebot und Nachfrage die Waage halten. Vielmehr gibt es oft Schulen, bei denen die Nachfrage oft größer ist als die Kapazität. Und das ist derzeit sowohl beim Gymnasium Oberursel (GO) als auch bei der Humboldtschule (HUS) in Bad Homburg der Fall.

Kreis: Genug Bildungsangebote

Auch der Hochtaunuskreis als Schulträger sieht kein Grund zur Panik. Zwar sei es richtig, dass die Anmeldezahlen an der Humboldtschule (HUS) in Bad Homburg und am Gymnasium Oberursel (GO) „explodierten“.

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Beide werden im kommenden Schuljahr eine weitere Klasse aufmachen. Die HUS wird – bei 270 Anmeldungen fürs kommende Schuljahr mithin (mal wieder) neunzügig, das GO mit 260 Anmeldungen achtzügig. Auf diesen Kompromiss einigten sich die Schulen in Zusammenarbeit mit dem Hochtaunuskreis, dem Staatlichen Schulamt, Kreiselternvertretern und Vertretern des Gesamtpersonalrats. Und auch darauf, dass die kooperative Gesamtschule Altkönigschule Kronberg (AKS) neun Klassen aufmachen wird.

Nachfrage ist groß

HUS-Schulleiter Stefan Engel nimmt die Sache gelassen und freut sich über die große Nachfrage und Beliebtheit seiner Schule. „Wir sind Homburgs größte Schule und waren ja immer wieder mal neunzügig. Wir sind vor allem zufrieden, dass wir allen Schülern aus dem Hochtaunuskreis, die bei uns zur Schule gehen möchten, einen Platz anbieten können und wirklich nur bei einigen kreisfremden absagen mussten.“

30 Lehrerstunden mehr pro Woche

Dass die Schülerzahlen im Bereich der Gymnasien im Hochtaunuskreis im kommenden Schuljahr erneut steigen, ist für die Leiterin des Staatlichen Schulamts für den Hochtaunus- und den Wetteraukreis, Dr.

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Kollege Volker Räuber, Leiter des GO, freut sich einerseits, denn „dass eine Schule so angewählt wird, ist grundsätzlich ja keine Selbstverständlichkeit“. Und er weiß auch, dass sich natürlich viele Eltern über die Aufnahme ihrer Sprösslinge ins GO freuen werden. Andererseits werde er trotz Öffnung einer weiteren Klasse „eine Reihe von Ablehnungen schreiben müssen“, sagt Räuber. Und die Sorge der Schulgemeinde, ob eine Schule in Anbetracht der erhöhten Schülerzahl die pädagogische Leistungsfähigkeit auf Dauer gewährleisten kann, sei auch berechtigt.

Und dann ist da auch noch das Kapazitätsproblem. „Eigentlich ist unser Gymnasium 6,5-zügig angelegt. Das bedeutet für den optimalen Fall, dass wechselnd sechs und sieben fünfte Klassen aufgenommen werden und damit langfristig die gesamte Schülerzahl bei etwa 1500 liegt – die Abgänge natürlich schon abgezogen. Würde man den diesjährigen Anmeldezahlen folgen, ergäben sich für den neuen Jahrgang fünf insgesamt neun Klassen, was deutlich über der geplanten Zahl läge.“ Mit dem jetzigen Kompromiss könne das Gymnasium Oberursel zwar gut leben, aber dauerhaft sei das, so Räuber, „keine Lösung“. Denn da müsse man schon die Auslastung der Klassenräume wie auch Engpässe im Bereich der Fachräume, Sporthallen und des gesamten Schulgeländes bedenken.

Dynamische Entwicklung

Räuber: „Für uns ist klar, dass gerade in Oberursel mit seiner dynamischen Entwicklung – Stichwort Neubaugebiete und Attraktivität für junge Familien mit Kindern – die Anzahl an gymnasialen Schulplätzen hier derzeit und künftig nicht ausreicht und somit erhöht werden muss.“

Immerhin: Ein erster richtiger und wichtiger Schritt mit der Weiterentwicklung der umliegenden Schulen (siehe weiterer Beitrag diese Seite) sei bereits getan.

Quelle: FNP vom 28.05.2018

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