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Lehrermangel an Hessens Schulen

Regierungsfraktion und Schulämter spielen „Katz und Maus“ mit Schulen und dem Landeselternbeirat

 

Zu Beginn des Schuljahres hat die Landesregierung die Eltern und die Öffentlichkeit darüber informiert, dass es in Hessen offenbar keinen Lehrermangel gibt. „Unsere Schulen starten so gut versorgt wie nie zuvor in das neue Schuljahr“, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

 

Dabei wurde die Landesregierung bereits im April dieses Jahres durch die Landesschülervertretung auf den massiven Unterrichtsausfall in Hessens Schulen aufmerksam gemacht sowie aufgefordert, diesen Missstand an Lehrern ernst zu nehmen und erforderliche Handlungsschritte einzuleiten.  Mit Maßnahmen, wie z.B. Rekrutierung von pensionierten und teilzeitbeschäftigten Lehrkräften, hat Kultusminister Lorz versucht, den massiven Unterrichtsausfällen entgegenzuwirken, deren Hintergründe jedoch nicht weiter konkretisiert werden.

Zudem wurden Seiten- und Quereinsteiger in Schulen für die Unterrichtsversorgung eingesetzt.

 

Dem stehen der Landeselternbeirat, die hessischen Kreis- sowie Stadtelternbeiräte gegenüber sehr kritisch, da diese ungelernten Kräfte weder über erforderliche Qualifikationen einer ausgebildeten Lehrkraft noch über fächerbezogenes Wissen verfügen.

Folglich werden mit Einsatz dieser Kräfte lediglich die Lücken in der Betreuung der Schülerinnen und Schüler in ihrer schulpflichtigen Zeit gefüllt. Die Lücke der Bildung bleibt jedoch weiterhin unausgefüllt.

 

Bereits zu Beginn dieses Schuljahres schlägt sich der Unterrichtsausfall an vielen hessischen Schulen weiterhin im Schulalltag der Schülerinnen und Schülern massiv nieder, das dem Landeselternbeirat große Sorge bereitet.

 

In einem kürzlich mit der Regierungsfraktion CDU geführtem Gespräch wurde dem Vorsitzenden des Landeselternbeirats Hessen, Herrn Korhan Ekinci, versichert, allen Schulen mit angezeigtem Lehrermangel sofortige Abhilfe zu schaffen.

Aus diesem Grund hat der Landeselternbeirat eine Meldestelle eingerichtet, mit dem Ziel, alle eingehenden Meldungen seitens des Kollegiums, der Eltern, Schülerinnen und Schülern aufzugreifen und diese sowohl an die Landesregierung als auch an alle Fraktionen im Landtag zu verschicken.

 

Die Antworten des Ministeriums werden dazu vom Landeselternbeirat öffentlich gemacht.

 

Allerdings wurde der Rückfluss dieser Informationen an den Landeselternbeirat durch Schreiben der staatlichen Schulämter an Schulen gestoppt, die als untere Schulaufsichtsbehörde die Fach-, Dienst- und Rechtsaufsicht über die Schulen innehat.

Das Schreiben beinhaltet einen indirekten Mahnruf davor, Auskunft über Missstände preiszugeben und ist mit dem Hinweis versehen, sich stattdessen weiterhin an die Behörden zu wenden.

„Das ist ein direkter Angriff auf die Eltern, den Landeselternbeirat und die Mitwirkungsrechte von Eltern, aber auch auf die Lehrkräfte und unsere Schülerinnen und Schüler.“, so Korhan Ekinci.

 

Folglich geht der Landeselternbeirat davon aus, dass der Landesregierung Nöte bzgl. der Unterrichtsversorgung in Hessens Schulen sehr wohl bekannt sind. Die Einflussnahme auf Schulen und Schulleitungen von Seiten der Schulämter machen deutlich, dass eine Verschleierungstaktik angewendet wird, um konkrete Zahlen über Unterrichtsausfall sowie Informationen über deren Hintergründe nicht validieren und preisgeben zu müssen.

 

Dieser Umstand ist unlauter und weder einer Landesregierung noch einer guten Schulbildung zuträglich. Der Landeselternbeirat behält sich vor, auch Fälle von Einflussnahme zu veröffentlichen und fordert die Regierungsfraktion daher eindringlich zur Rückkehr eines redlichen Umgangs miteinander sowie zur Versorgung aller hessischen Schulen mit ausreichenden Lehrkräften auf.

Hessen benötigt „echte Köpfe in der Praxis, statt finanziellem Ausgleich auf Papier“, so Korhan Ekinci.

 

 

Wiesbaden, 31.08.2018
Fragen und an: Korhan Ekinci, Vorsitzender des Landeselternbeirats von Hessen,

korhan.ekinci@leb-hessen.de

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